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Ankündigung: Massnahmen GEGEN die Telekommunikations-Überwachungs-Verordnung (TKÜV) - Das geht uns ALLE an !

Am 1. Januar 2005 trit nächstes Jahr die neue Überwachungs-Verordnung in Kraft - mit der nahezu jedes eMail-Postfach von den verschiedensten Behörden jederzeit überwacht und abgehört werden kann.

Hintergrund:

Die entsprechenden Gesetze und Regelungen zur Überwachung der Telekommunikation sind zwar bereits seit Sommer 2003 in Kraft - für den eMail-Verkehr galt bislang jedoch noch eine Übergangsfrist bis 31.12.2004 die nun ausläuft. Nicht nur das Bankgeheimnis fällt also nächstes Jahr, sondern auch die Grundrechte der Bürger im Bereich der Kommunikation per eMail werden massiv eingeschränkt und die Medien beginnen dies erst langsam zu begreifen.

Fakt ist, dass jeder der eMail-Dienstleistungen und -Postfächer mit Gewinnerzielungsabsicht anbietet, unter die Überwachungs-Verordnung fällt. Dies gilt also auch bereits für jeden kleinen Reseller - da gibt es keine Ausnahme ! Es kommt aber noch dicker: Wer als Provider (Anbieter) - und dazu gehört auch ein Reseller - 1000 oder mehr Teilnehmer (=Kunden) hat, muss den Behörden einen direkten Zugriff auf den Mailserver auf die Postfächer zur Verfügung stellen.

Direkter Zugriff bedeuted, dass der Provider / Reseller sich an das von den Behörden dazu geschaffene VPN anschließen muß und auf dem Mailserver entsprechende Software respektive eventuell nötige zusätzliche Hardware betreiben muß, welche die Überwachung jeder ein- und ausgehender Mail sicherstellen muß. Hierzu wurden von den Behörden genaue Richtlinien spezifiziert und damit jetzt nicht jeder Provider eine eigene Umsetzung basteln kann, dürfen nur zertifizierte und damit abgenommene Lösungen zum Einsatz kommen.

Die derzeit am Markt für die Überwachungsverodnung kaufbaren Lösungen und Produkte fangen alle im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich an - einige wenige preiswerte Lösungen gibt es, wenn man sich als Provider an Mailserver größerer Anbieter anschließt und diese als Relay für ein- und ausgehende Mails mitbenutzt.

Hauptproblem für die Umsetzung bei den Anbietern sind, abgesehen von moralischen Gründen, im wesentlichen Kostengründe. Viele kleinere Anbieter und Reseller mit eigenen oder angemieteten Servern können sich Summen von 20.000 oder 40.000 Euro nicht leisten geschweige denn diese Summen auf die Kunden umlegen (bei 1000 Kunden wären das bei einer Summe von 40.000 Euro immerhin 40 Euro).

Bewertung:

In den letzten Jahren, eine Verschärfung ist sicherlich seit dem 11.September 2001 zu beobachten, nehmen die Überwachungstendenzen leider immer mehr zu. Es wird mit Terrorismus-Bekämpfung argumentiert - aber jeder, der sich mit der Materie und den Details auseinander setzt muß zu dem Schluß kommen, das der "normale Bürger" das Ziel im Visier des Staates ist.

Die technisch heute machbaren Möglichkeiten lassen die praktizierten Überwachungen im dritten Reich und die der Stasi in der ehemaligen DDR blass aussehen. An allen politischen Ecken - sowohl in Deutschland als auch vorbereitend oft in der europäischen Union werden diese Möglichkeiten aktuell jedoch auch immer tiefgreifender in die Praxis umgesetzt. Die Tendenzen zeigen eindeutig nach 1984 - und darüber hinaus.

Massnahmen bei Portunity:

Portunity, die Geschäftsführer und die Mitarbeiter missbilligen nicht nur einstimmig diese politischen Tendenzen, sondern möchten hiergegen auch praktisch vorgehen. Zwar fällt Portunity (noch) nicht in den Kreis der Verpflichteten, welche eine ständige Lösung bereithalten müssen, da wir nicht mehr als 1000 Teilnehmer haben. Aber dies ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit und auf keinen Fall ein Argument untätig zu bleiben.

Wir haben deshalb ein 7 Punkte-Programm entwickelt, dessen Umsetzung wir hiermit für die nächsten Monate ankündigen möchten:

  1. Alle Mitarbeiter sind PGP-aktiviert
    Jeder, also auch unsere Kunden, können unseren Mitarbeitern jederzeit eMails verschlüsselt schicken (übrigens bereits seit 2 Jahren !) - sofern Sie PGP bereits im Einsatz haben, empfehlen wir grundsätzlich den Einsatz von PGP. Die öffentlichen PGP-Keys finden Sie unter der URL http://www.portunity.de/pgp. Wir werden dies zukünftig verstärkt aufklären.
  2. Einsatz von PGP bei Lieferranten
    Portunity fordert zukünftig bei den eigenen Lieferranten, mit denen wir regelmässig Kommunizieren, den Einsatz von PGP mit ein. Sofern es eine Wahl zwischen Lieferranten mit und ohne PGP gibt, werden Lieferranten mit PGP bevorzugt. Die Kommunikation mit Lieferranten mit PGP findet dann soweit möglich verschlüsselt statt. Entsprechende Anforderungen und Vereinbarungen werden noch bis Weihnachten 2004 auf den Weg bringen.
  3. Einsatz von PGP bei unseren Resellern
    Wir werden kurzfristig bei unseren Resellern verstärkt für den Einsatz von PGP werben sowie darüber hinaus prüfen, PGP sogar im nächsten Jahr ab einem Zeitpunkt X nach einer Übergangsfrist verpflichtend zu machen. Ziel dieser "Druckausübung" ist es, dass unsere Reseller auch gegenüber den eigenen Kunden verstärkt PGP zum Einsatz bringen - wenn es denn schonmal da ist, fällt dies sicherlich leichter.
  4. Erweiterung unserer Infrastruktur und unseres Webinterfaces
    Wir werden im ersten Quartal 2005 damit beginnen unser Webinterface und unsere Software durchgängig PGP-tauglich zu machen. Zum einen werden dann auch automatisch verschickte eMails zukünftig signiert und wenn wir vom Kunden einen öffentlichen PGP-Key haben auch verschlüsselt. Zum Beispiel sind hier automatische Bestätigungen von unseren Robots zu nennen oder auch unsere Abrechnungs- und sonstigen Mails unserer Buchhaltungsabteilung. Hierzu werden wir unsere Infrastrukturen an verschiedenen Stellen erweitern.
  5. Aufklärungskampagne für PGP und zur Überwachung in Deutschland
    Wir möchten unsere Kunden zukünftig stärker und besser bezüglich PGP und Verschlüsslung aufklären. Hierzu planen wir ein eigenes Informationsportal zu implementieren und alle Neukunden über eine gesonderte (!) Informationsemail auf dieses Portal aufmerksam zu machen.
  6. Verstärkter Einsatz von SSL auf Webservern
    Dieser Punkt hat zwar nicht direkt etwas mit der aktuellen Telekommunikations-Überwachungs-Verordnung zu tun, aber mit den Überwachungsmöglichkeiten und dem Thema Sicherheit im allgemeinen. Wir haben bereits vor einigen Wochen damit begonnen, die meisten unserer webbasierten Programme und Interfaces auf eine SSL-Verschlüsslung samt Signierung umzustellen sowie haben selber auch die Signierung von SSL-Keys in unser Produktportfolio mit aufgenommen.
  7. Verstärkte Werbung für eigene Inhouse-Mailserver
    Wir werden im nächsten Jahr anfangen massiver Werbung für den Betrieb eigener und autarker Inhouse-Mailserver bei unseren Geschäftskunden zu machen. Abgesehen davon, dass wir hiermit die Anzahl der 1000er-Grenze bei uns ein wenig drücken, wird die Überwachung mit einer Denzentralisierung deutlich erschwert.

Sofern Sie zu diesen Massnahmen Rückfragen, Anregungen oder Wünsche haben, steht Ihnen das Team von Portunity sowie ich gerne zu Ihrer Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen / Best regards,
Björn Rücker, Geschäftsführung / Management






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